Sommerfliegen in Sisteron 2009

Wie sicher nicht anders erwartet, meldet sich Hans Nießlbeck sofort nach der Ankunft aus dem Sommerlager einiger Piloten des Aero Club München. Ankunft der meisten Piloten war wie geplant am Samstag, einige Nachzügler werden sich noch am Sonntag einfinden. Bereits vor Ort befinden sich Herby und Ralph mit der JP, Hans mit der VV, Lisa mit dem Duo Discus, der noch nicht angekommen ist und Sascha, unser "Abtrünniger" mit der ASW20 IET. Es fehlt noch Uwe mit der AZ und Arne, der den Duo Discus morgen am Sonntag mitbringen wird.

Das Wetter war wie nicht anders zu erwarten am ersten Tag ziemlich gut, sprich morgens strahlend blauer Himmel, gegen Nachmittag dann einige Gewitterwolken und am Abend dann auch ein kleiner Schauer über dem Flugplatz.

Morgen wird es mit Sicherheit noch viel besser werden, die Schauer werden weniger sein und die Thermik wird, wie hier bei uns in Frankreich üblich, phantastisch werden. Mehr hört ihr dann morgen nach den Flügen.

Sonntag, 09. August 2009, der erste Flugtag

Anflug auf den schneefreien (!) Pic de Bure von Westen.
Anflug auf den schneefreien (!) Pic de Bure von Westen.

Vorhergsagt waren gute Thermikbedingungen, und hohe Temperaturen. Beides traf dann auch ein, allerdings kamen auch die ebenfalls vorhergesagten Gewitter an allen Ecken und Enden der südfranzösischen Seealpen auf. Während dieser Bericht geschrieben wird, stürzt gerade der Himmel ein, die Blitze schlagen rundherum in Hallen, Bauernhöfe und Windsäcke ein und der Regen prasselt.

Eben fährt Arne mit dem Duo Discus im Schlepptau auf den Hof und gesellt sich zur fliegenden Truppe. Einzig Lisa musste sich den ganzen Tag am Boden beschäftigen, was ihr offenbar gut gelang.

Blick in das Vercors, mit dem berühmten Mont Aiguille, der wie ein Backenzahn aus dem Relief hervorragt
Blick in das Vercors, mit dem berühmten Mont Aiguille, der wie ein Backenzahn aus dem Relief hervorragt

Die VV startete wie immer als erstes und begab sich mit etwas Glück immer genau in die Ecke, in der es gerade keine Schauer oder Gewitter gab. So konnte der Parcour kurz besucht werden, danach ging es nach Westen bis zur Glandasse und als sich ein riesiges Gewitter über dem Tal von Rosane aufbaute, war die ASW22 schon wieder am Pic de Bure und flog in den sonnigen Süden, kurz vor Puimoisson entschlossen sich die JP und die VV es für den heutigen Tag genug sein zu lassen und landeten gegen 16:00 Uhr.

Sascha, der noch etwas ängstlich auf die dräuenden schwarzen Wolken blickt, landete schon deutlich früher und machte beim Start übrigens erstmals Bekanntschaft mit der TÜ. Nach dem 4 Kreis mit 0 Steigen entshloss er sich auszuklinken, was leider zu einem Absitzer führte, so dass er noch mal starten durfte. Aber gefallen hat es auch ihm.

Nachdem die Flugzeuge abgestellt und mit Jaxidas versehen waren, brach dann auch pünktlich das Gewitter über Sisteron aus. Für morgen ist wieder ähnliches Wetter zu erwarten. Vielleicht wird es ja auch noch besser!

Montag 10. August 2009, schöner Tag!

Hoch über der Crête de Celles treffen wir einen Kollegen.
Hoch über der Crête de Celles treffen wir einen Kollegen.

Nachdem der Sonntag den Piloten noch viel Vorsicht abverlangte, war der heutige Montag eher problemlos zu fliegen. Zwar bildeten sich am frühen Morgen schon gewaltige Cumulus Congestus im Osten von Sisteron, aber bis zur Mittagszeit waren die meisten von ihnen schon auf Normalmaß geschrumpft und es machte richtig Spaß die Gegend zu erkunden.

Gegen Nachmittag bildete sich dann noch ein Gewitter über dem Jabron Tal, aber es zog südlich von Sisteron Richtung Osten und so konnten alle diejenigen, die der Vorhersage nicht so ganz glaubten, schöne Flüge machen.

Wenig später ist die JP ausnahmsweise mal unter dem Duo Discus.
Wenig später ist die JP ausnahmsweise mal unter dem Duo Discus.

Lisa war heute zum ersten Mal in Südfrankreich in der Luft, mit Co-Pilot Hans Niesslbeck, der sie wie üblich mit den Namen der Berge rund um das Durancetal traktierte. Nach 3 1/2 Stunden war dieser erste. für Lisa sicherlich beeindruckende Flug dann beendet. Die JP war sogar noch etwas früher gelandet, zusammen mit Saschas IET, Arne ist jetzt um 1/2 7 Uhr immer noch nicht da. Natürlich nicht, möchte man dazu bemerken, er nutzt die Zeit wirklich restlos aus und es sei ihm auch gegönnt.

Schön ist es bei uns in Südfrankreich und warm, jetzt noch schnell in den Swimming Pool und dann gibt's die berühmte Pizza im Le Janus. Also dann bis morgen, da soll es noch besser werden!

Ein Hammer-Dienstag!

Anflug auf den Grand Bérard von Süden.
Anflug auf den Grand Bérard von Süden.

Schon beim Briefing morgens um 10 Uhr war klar, das würde ein guter, wenn nicht ein sehr guter Tag werden. Der Aero Club hatte allerdings irgendwie verschlafen, deshalb standen die AeCM Flieger nicht ganz vorne am Start sondern etwas weiter hinten.

Das war nachträglich gesehen gar nicht so schlecht, denn der Tag begann verhaltener als vermutet. Arne und Lisa flogen mit dem Duo Discus als erste, danach folgten in größeren Abständen, Uwe mit der AZ, dann die JP mit Herby als PIC, Sascha war der vorletzte der Truppe und ganz zum Schluss startete dann die VV mit Hans.

Blick auf den Morgon und den Lac de Serres Poncon, im Süden locken schöne Wolken.
Blick auf den Morgon und den Lac de Serres Poncon, im Süden locken schöne Wolken.

Zunächst ging es auf verschiedenen Wegen Richtung Osten, während Arne und Hans über den Grand Gautière und die Tête Grosse versuchten zum Parcour zu gelangen, flogen Herby und Uwe auf dem klassischen Weg über Trainon, Authon und Auribeaux zum Blayeul. Wobei Herby recht verblüfft war, dass nach dem guten Bart über Les Nibles, der auf 2.650 m trug, der Blayeul nicht genutzt werden konnte, denn dort war die Basis noch bei ca. 2.400 m.

Ab dem Blayeul allerdings ging es dann gut vorwärts, zunächst nach Süden zum Lac St. André, dann in den östlichen Bergen hoch zum Grand Bérard, ein kleiner Abstecher zum Col de Larche, dann direkt zum Col d´Izoard. Dort trennten sich die Wege wieder, während die JP und die AZ dem vorausfliegenden Duo nach Norden folgten und erst am Col d´Etache wieder umdrehten, entschied sich Hans mit der VV wieder dorthin zu fliegen, wo schöne Cumuli lockten. Also noch mal Richtung Süden, dieses Mal bis Moustières am Grand Canyon und dann in einer weiten Schleife bis nach Serres und schließlich nach über sechs Stunden wieder nachhause.

Arne landete nach über 7 Stunden und hatte die weiteste Strecke des Tages geflogen, alle waren glücklich und zufrieden. Auf Grund der späten Landungen gab es Abendessen im Janus erst gegen 21:00 Uhr und danach verabschiedeten sich alle schlagartig ab in die Falle, denn morgen wird es noch besser und da wollen alle ausgeruht sein, um wieder soweit zu fliegen, wie nur möglich.

Mittwoch, auch nicht schlecht...

...wie versprochen, er war noch besser als der Dienstag, Hans hatte mit Sascha vereinbart, dass heute gemiensam geflogen werden sollte. Genauso kam es dann auch, Sascha startete als Erster, liess sich zum Trainon schleppen, "nicht ganz billig, so ein Schlepp" und wartete solange er es aushalten konnte, leider war die Thermik noch nicht angepasst an seinen Ausbildungsstand und so befand er sich schon auf dem Rückflug zum l´Hongrie, während die ACM sich noch im Schlepp befand.

Die ganze Sache endete damit, dass beide gemeinsam abgesoffen sind. Der Wiederstart dauerte seine Zeit, hatte aber dann schließlich insoweit Erfolg, dass beide Flugzeuge sich am l`Hongrie trafen und gemeinsam versuchten in die Weiten des durchaus guten Tages zu entschwinden. Inzwischen waren die Cracks natürlich schon weit weg und brachten ordentliche Resultate mit zurück, Arne schaffte an diesem Tag über 580 km, auch die JP legte sich gehörig ins Zeug, Ergebnisse lassen sich auf der OLC-Seite nachlesen.

Die geplante Gruppe IET und ACM harmonierte indes nicht wie geplant, immer wieder gelang es Sascha aus der Obhut der ACM zu entfleuchen, was schließlich dazu führte, dass am Parcour die Verbindung getrennt wurde und beide Flugzeuge ihrer Wege gingen.

Befreit von den jeweiligen Aufgaben, konnte sich die IET in der näheren Umgebung um Sisteron austoben, während die ACM sich Richtung Crète de Peyrolle verabschiedete. Die allermeisten anfallenden Bärte kurbelte die Lisa recht souverän, Unterstützung durch den Fluglehrer war nur in seltenen Fällen erforderlich. Wenn das so weiter geht, dann ist die Lisa am Ende des Urlaubs, perfekt ausgebildet.

Jedenfalls brachte der Mittwoch keine wirklich neuen Erkenntnisse und deshalb auch keine neuen Fotos.

Donnerstag, ein Granatentag...

Das Durancetal
Das Durancetal

..JP startete als erstes, danach gleich die VV mit Hans als Pilot und gleich danach auch Arne mit Lisa und der ACM. Der Tag begann für alle Beteiligten höchst unterschiedlich, während JP und VV ganz locker und schnell vom Platz weg kamen, hatte Arne, mit Lisa auf dem vorderen Sitz kleine Schwierigkeiten, den durch die Startreihenfolge gegebenen Rückstand aufzuholen. Uwe hatte sich heute einen Ruhetag gegönnt.

JP und VV verschwanden jedenfalls sehr schnell über einen ungewöhnlichen Weg zum Parcour. Beide nutzten die guten Bärte über Les Monges und den Bergen südlich der Tête Grosse um an den Parcour zu kommen. Dort fand die JP den besseren Weg nach Norden. VV probierte wie schon oft die Dormillouse aus, um enttäuscht zu werden.

Der Weg zurück zum Col d'Allos und dann Richtung Norden erwies sich wieder einmal als der bessere Weg nach Norden. Arne und Lisa wählten einen völlig anderen Weg, nämlich über den Mont Colombis und die Chabrières, in der Hoffnung auf einen guten Bart, Richtung Briancon vorwärts zu kommen. Das war nur teilweise erfolgreich.

Am Lac St. Croix
Am Lac St. Croix

Trotzdem flogen alle Piloten zielstrebig nach Norden und tatsächlich gelang fast allen Piloten der Einstieg in die Maurienne. Am Grand Roc Noire fanden sich jedenfalls mehr als ein Dutzend Flugzeuge, die mehr oder weniger gelassen den Bart suchten.

VV mit Hannes an Bord jedenfalls, trat bald den Rückweg an, weil die Batterien schlechte Nachrichten lieferten. Die JP fand den Rückweg über den Chaberton (furchtbar hoch und ziemlich Mut erfordernd), VV flog über den üblichen Weg (Col d´Etaches) zurück. Auch die ACM, die weit hinter den Col de Carro flog kam ohne Probleme wieder in heimatliche Gefilde.

Der abendliche Flug nach Süden und dann auch noch nach Westen kam nicht zu kurz, und so waren alle Piloten des Tages mit dem Wetter und den persönlichen fliegerischen Fähigkeiten völllig zufrieden.

Bilder des Tages stehen leider nur zur Verfügung aus den langen Gleitflügen im Süden der Gegend, am Grand Roc Noir, war der Stress für den Webmaster, einfach oben zu bleiben, viel zu hoch um dann auch noch zu fotografieren.

Jetzt ist es aber Zeit, sich zur Ruhe zu begeben, denn morgen soll es noch besser werden!

Freitag, Matterhorntag...

...jedenfalls für viele von uns. Arne war natürlich mit der VV dort und viele andere ebenfalls. Es war ein unglaublich guter Tag, Lisa und Hans nutzten mit der ACM die Gelegenheit, endlich mal den Mont Viso von ganz oben aus mehr als 4.000 m anzuschauen und die Spitze zu umrunden.

Auch in 4.100 m waren noch knapp 5 m/s zu haben.

Da war er dann endlich der Gipfel des Mont Viso

Der Mont Aiguille im Vercors im Abendlicht, schön war's!
Der Mont Aiguille im Vercors im Abendlicht, schön war's!

Danach ging es weiter in die Ecrins um gleiches mit dem Mont Pelvoux zu veranstalten, gegen Ende des Tages dann noch der Ausflug zum Col de Rousset, 70 km nordwestlich von Sisteron, von dort hatte man einen schönen Blick auf den Mont Aiguille, der in der Abendsonne leuchtete. Ein rundum gelungener Tag, mit dem alle zufrieden waren.

Morgen wird es möglicherweise genauso gut, Hans wagt es nicht zu sagen, dass es vielleicht ... noch besser werden könnte. ;-)

Zurück aus LFNS...

...und schon treffen die nächsten Nachrichten ein, unsere Crew dort in Sisteron fliegt natürlich weiter, auch wenn Hans bereits wieder in Old Germany eingetroffen ist. Die Nachrichten werden also nicht mehr ganz so frisch sein, wie bisher, aber zumindest hat Arne versprochen, hin und wieder per eMail weitere Berichte zu liefern.

Von unserem Mann bei den Sportsoldaten hingegen gibt es taufrische Nachrichten. Er fliegt, nachdem er die Niedersäschsichen Juniorenmeisterschaften ja gewonnen hat (wir berichteten) jetzt bei den Bayerischen Juniorenmeisterschaften mit, dieses Mal in der Clubklasse mit der Standard-Libelle "B". Bisher hat er sehr erfolgreich taktiert, nach 3 Wertungstagen liegt er auf Platz 3 von 19 Teilnehmern!

Wir bleiben da weiterhin am Ball und berichten auch in kurzen Abständen, leider sind noch keine Bilder vom Wettbewerb verfügbar.

Unglaubliche Flüge am 17.08.09 in Sisteron

Flüge, weit über das Matterhorn hinaus, das ist schon ungewöhnlich. Das wäre auch anderen Piloten unseres Vereins zu gönnen. Wer sich das alleine nicht zutraut, der muss nur mitfahren, einen Doppelsitzer mitnehmen und sich einen Fluglehrer "anlachen", der für die Sicherheit sorgt, dann kann sich das jeder von unseren Piloten mal reinziehen!

Wer es nicht glaubt, der sollte sich im OLC mal die beiden Flüge unserer Aero Club Piloten vom Montag anschauen. Die JP war mit der Besatzung Ralph Bürklich und Arne Neumayr unterwegs und der Duo Discus mit Lisa Scheller und Herby Schultz. Da bleibt einem doch die Spucke weg.

Fliegen die bis zum Nufenenpass und zurück, waren also zeitweise deutlich näher an Greiling dran als an Sisteron. Da kann man nur gratulieren zu diesen fliegerischen Leistungen!