Die Pilotenausbildung im Verein

Arten der Ausbildung

Das Ziel eines jeden Flugschülers: Die Lizenz
Das Ziel eines jeden Flugschülers: Die Lizenz

Der Aero Club München bietet im Bereich des Luftsports für "Fussgänger", also Personen, die noch keine Pilotenlizenz besitzen, aktuell die Ausbildung zum Segelflugzeugführer, also SPL oder LAPL(S), an.

Wenn Sie dann eine erste Fluglizenz besitzen, lässt sich diese um weitere Komponenten erweitern. Für Inhaber einer SPL oder LAPL(S) ist beispielsweise eine Weiterbildung auf Reisemotorsegler/Touring Motor Glider (TMG) möglich. Im Anschluss daran können Sie basieren auf dieser Lizenz (SPL mit TMG-Eintrag) mit relativ wenig Aufwand eine LAPL(A) für einmotorige Flugzeuge mit Kolbenmotor erwerben. Wem das immer noch nicht reicht, der kann seine Lizenzen dann auch noch auf den weltweit gültigen PPL(A) erweitern. Eine andere Möglichkeit ist der Erwerb einer Sportpilotenlizenz, mit der Sie dann Ultraleichtflugzeuge fliegen dürfen.

Jeder dieser Ausbildungswege hat Vor- und Nachteile. Welcher Ausbildungsweg für die der richtige ist, lässt sich am Besten mit einem unserer Vorstände oder dem Ausbildungsleiter besprechen.

Voraussetzungen

Eine erste Voraussetzung für eine Ausbildung ist natürlich eine aktive Mitgliedschaft bei uns im Verein. Wenn Sie bereits fliegerisch vorgebildet sind, ergeben sich für die Ausbildung gewisse Erleichterungen. Detaillierte Ausküfte hierrüber kann Ihnen unser Ausbildungsleiter geben.

Zu Beginn der Ausbildung muss eine Schülermeldung an das Luftamt erfolgen. Das für uns zuständige Luftamt Südbayern hat die hierfür notwendigen Unterlagen auf einer eigenen Website zusammengefasst, wir stellen aber auch gerne eine bereits mit den vereinsspezifischen Angaben vorbereitete Version zur Verfügung. Zusammen mit der Schülermeldung müssen dann unter Anderem eine Kopie des Personalausweises, ein Auszug aus der Punkte-Kartei in Flensburg sowie ein polizeiliches Führungszeugnis und, wenn bereits vorhanden, eine Kopie des Funksprechzeugnisses (BZF/AZF) mit eingereicht werden. Sobald man ein motorgetriebenes Flugzeug fliegen möchte, wird auch und ein Antrag auf Zuverlässigkeitsprüfung nach §7 LufSiG notwendig.

Außerdem muss der Bewerber bereits vor Beginn der Ausbildung ein Medical, also den Nachweis der flugmedizinischen Tauglichkeitbereit, vorlegen können. Diese Untersuchung kann man bei jedem zugelassenen Fliegerarzt in Deutschland durchführen lassen.D ie Adresse des nächsten Fliegerarztes erhalten Sie beim Deutschen Fliegerarztverband. In direkter Umgebung des Aero Clubs praktizieren z.B. Dr. Kiener in Unterschleißheim und die Fliegerärztliche Untersuchungsstelle in der Münchner Innenstadt.

Ablauf der Ausbildung

Das Cockpit - Der "Arbeitsplatz" des Piloten

Grundsätzlich kann eine Segelflugausbildung zu jeder Jahreszeit begonnen werden. Es ist aber empfehlenswert, während der Flugsaison, die von Anfang April bis Ende Oktober dauert, einzusteigen. Die Ausbildung beginnt dann nach einigen grundsätzlichen Einweisungen direkt mit der Praxis. Was an Theorie dafür notwendig ist, wird begleitend zur Fliegerei vermittelt. Man hat dann nach Ende der ersten Flugsaison schon ein recht gutes Gefühl dafür gewonnen, um was es bei der Fliegerei geht, und kann somit dem Theorieunterricht sehr viel besser folgen. Die Theorie wird im Herbst und Winter in Zusammenarbeit mit unserem Nachbarverein LSC Ikarus e.V. durchgeführt. Der Theorieunterricht ist dabei ziemlich komprimiert, es gibt aber die Möglichkeit, diesen auf zwei Winter aufzuteilen. Nach dem Besuch des kompletten Theorieunterrichts und einer internen theoretischen Vorprüfung erfolgt dann die Anmeldung zur Theorieprüfung beim Luftamt Südbayern (LAS).

Die Ausbildung findet im Rahmen der Approved Training Organisation (ATO) des Luftsportverband Bayern (LVB) statt. Jeder Schüler bekommt einen Ausbildungsnachweis, in dem alles aufgelistet ist, was zu erlernen ist. Hier wird dann im Laufe der Ausbildung Punkt für Punkt abgearbeitet. Dabei müssen auch diverse praktische und auch theoretische „Progress Checks“ absolviert werden, die dann jeweils den Abschluss eines Ausbildungsabschnitts bedeuten.

Anfangs fliegt der Schüler zusammen mit einem Fluglehrer in unserem Schuldoppelsitzer. Nachdem der Fluglehrer zu Beginn den gesamten Flug steuert, übernimmt der Schüler mit wachsendem Können immer mehr Aufgaben im Cockpit, bis er schließlich im Stande ist, eine Platzrunde incl. Start, Flugeinteilung und Landung alleine durchzuführen. Nach einer Überprüfung durch einen weiteren Fluglehrer darf der Schüler dann auch tatsächlich alleine fliegen. Dieser erste Alleinflug ist ein großartiges Erlebnis, das allen Piloten wohl für immer in Erinnerung bleiben wird.

Während der weiteren Flugausbildung darf der Schüler mit Flugauftrag, also unter Aufsicht eines Fluglehrers, alleine fliegen und üben. Parallel dazu werden aber auch immer wieder Flüge mit Fluglehrer durchgeführt, zum einen um das Geübte zu überprüfen, zum anderen um neue Aufgaben anzugehen. Der krönende Abschluss der praktischen Ausbildung ist dann die selbstständige Planung und Durchführung eines Überlandfluges über eine Strecke von mindestens 50 km.

Wenn dann alle Punkte abgearbeitet und die erforderlichen Starts und Stunden erflogen wurden, erfolgt die Anmeldung zur praktischen Prüfung, wiederum beim Luftamt Südbayern. Nach bestandener praktischer Prüfung wird dem ehemaligen Schüler dann endlich die begehrte Lizenz zugeschickt!

Wie lange dauert die Ausbildung?

Dies hängt sehr von den Vorkenntnissen und vom Engagement des Einzelnen ab. Wenn die Ausbildung zum Saisonstart begonnen wird, dann ist es realistisch, noch in der ersten Saison zum Alleinflug zu kommen. In der zweiten Saison können dann alle Aufgaben aus dem Ausbildungsnachweis erarbeitet und abgehakt (d.h. vom Lehrer unterschrieben) sowie die notwendigen Zeiten erflogen werden. Zu Beginn der dritten Saison kann man dann ganz gezielt auf den 50 km Streckenflug hinarbeiten. Hierzu muss man wissen, dass die Thermik, die ein Segelflugzeug in der Luft hält, im Frühjahr und Frühsommer am besten ist und im Laufe des Hochsommers immer schlechter wird, Somit wird es im Laufe eines Sommers immer schwieriger, eine größere Strecke zu fliegen. Daher bietet sich für diese Aufgabe eher die erste Hälfte der Saison an. Wer schon Vorkenntnisse mitbringt und/oder besonders engagiert an der Schulung teilnimmt, kann es natürlich auch schneller schaffen, was einige unserer Schüler bereits eindrucksvoll zeigen konnten.

Welche Gesamtkosten kommen auf mich zu?

Auch diese Frage kann nur individuell beantwortet werden. Die geltenden Aufnahmebeiträge und Gebühren sind in den Unterlagen unter Mitgliedschaft aufgeführt, ebenso die Fluggebühren. Unsere Fluglehrer arbeiten Ehrenamtlich, so dass hier keine weiteren Kosten anfallen.

Neben den Mitglieds- und Fluggebühren im Verein fallen dann noch Gebühren für das Medical, für einen Funksprechkurs sowie für diverse Prüfungen an.

Insgesamt ist Segelfliegen günstiger, als die meisten wohl erwarten würden, und somit von den Kosten mit vielen anderen Hobbies vergleichbar. Insbesondere für die Jüngeren haben wir reduzierte Aufnahmegebühren und Mitgliedsbeiträge. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass eine Segelflugausbildung schon einen ernst zu nehmenden zeitlichen Aufwand erfordert.

 

Wie verläuft denn nun so ein Schulungstag?

Wir treffen uns normalerweise um 09:00 Uhr am Flugplatz. Zuerst müssen die Halle ausgeräumt und die Flugzeuge einsatzklar gemacht werden. Dazu werden sie ausgerüstet mit Batterie, Bordbuch und Rettungsschirm. Vor dem ersten Start wird jedes Flugzeug gründlich überprüft um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist. Ebenso muss die Winde und der Startwagen aufgebaut werden.

Bei einem Briefing (gemeinsam mit unserem Nachbarverein) wirft man einen Blick aufs Wetter und bespricht die Aufteilung der Flugzeuge sowie andere organisatorische Details für den anstehenden Flugtag.

Wenn alles aufgebaut ist und die Flugzeuge an den Start geschleppt wurden, kann es losgehen. Obwohl man im Cockpit alleine oder höchstens zu zweit ist, ist Segelfliegen ein Teamsport, denn ohne Bodenmannschaft kommt keiner in die Luft. Hier hilft jeder jedem. Es wird dann versucht, den Tag bestmöglich zu nutzen, damit jeder fliegerisch auf seine Kosten kommt. Dabei sind neben einfachen Platzrunden auch längere Flüge dabei, auch in der Ausbildung fliegen wir gerne mal eine Stunde oder sogar noch länger. Das Flugprogramm bei der Schulung hängt natürlich immer vom aktuellen Ausbildungsstand des jeweiligen Schülers ab.

Nach Flugbetriebsende wird dann alles wieder aufgeräumt, also die Flugzeuge gewaschen, die Ausrüstung aufgeräumt und die Flugzeuge in die Halle eingeräumt. Im Anschluss daran müssen dann noch die Bordbücher der Flugzeuge sowie die persönlichen Flugbücher der Piloten geschrieben werden. Meist gibt es noch ein gemeinsames Debriefing, bei dem die Ereignisse des Tages nochmal angesprochen werden. Danach steht natürlich einer weiteren Gesprächsrunde im kleinen Kreis nichts im Wege. Hier werden dann auch gerne Pläne geschmiedet, wie es in den kommenden Tagen oder Wochen weitergehen soll.

Interessenten sind bei uns immer herzlich eingeladen, mit uns einen Schnuppertag zu verbringen. Viele Fragen klären sich bereits von alleine, wenn man einfach einen Tag beim Flugbetrieb zuschaut und mitmacht. Außerdem stehen unsere Piloten und Fluglehrer immer gerne für Fragen zur Verfügung. Man kann natürlich auch die anwesenden Schüler zu ihren Erfahrungen bei uns befragen. Und wer dann tatsächlich bei uns das Fliegen erlernen möchte, der bekommt abschließend noch detaillierte Informationen, wie es weiter geht und was konkret zu tun ist.

Besucht uns und macht mal mit, wir freuen uns auf Euch!