Eigentlich wollte die kleine Crew dieses Jahr schon eine Woche früher losfahren. Gott sei Dank kam die Mitgliederversammlung dazwischen, so dass wir alles eine Woche nach hinten verschieben mussten.
Warum Gott sei Dank? Ganz einfach, schon bei der Ankunft hatten uns die schon länger anwesenden alten Freunde aus ganz Deutschland freudestrahlend begrüßt mit der Nachricht: „Stellt Euch vor, es hat jetzt eine ganze Woche lang geregnet, aber jetzt, wo ihr da seid, wird es ja wie immer schön werden!“
Ganz unrecht hatten die Fliegerkameraden nicht, immer wenn Günter mit von der Partie war, konnten wir praktisch jeden Tag fliegen. Und so warteten MIchi, Klaus und Günter, die schon am Samstag hier angekommen waren, auf das Briefing am Sonntag.
Hans fuhr derweil mit seinem Gespann noch in dichtem Nebel über den Col de Montgenèvre, bis zur Passhöhe und etwas darüber hinaus war so richtiges Sauwetter, es nieselte ununterbrochen und kalt war es auch. Kaum hatte die Abfahrt Richtung Briancon begonnen, lugten schon die ersten Sonnenstrahlen durch die ersten Wolkenlücken und ab St. Blaise, einem Notlandefeld unmittelbar südlich von Briancon, öffnete sich der Himmel komplett, strahlender Sonnenschein, gleißende Berggipfel rundum und bestes Wetter bis zum Horizont!
Bei der Ankunft in Vaumeilh, wie der Platz von den Einheimischen genannt wird, verließen die Piloten gerade den Briefingraum. Die Kollegen begrüßten den Nachzügler Hans wie immer herzlich und wieder wurde uns das Etikett der Schönwettermacher angehängt, wogegen wir selbstverständlich keine Einwände haben.
Nachdem die 22 aufgebaut und verzurrt war, starteten die übrigen 3 „Tölzer Buben“ in den von weißen Wattebäuschen geschmückten blauen Himmel der Provence und Hans konnte sich endlich in aller Ruhe wohnlich einrichten. Fernseher, warmes Wasser, Strom, alles funktioniert erstaunlicherweise.
Was also anfangen mit dem angebrochenen Nachmittag, nun vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen, wie so eine Fahrt nach Sisteron über Italien abläuft, deshalb heute etwas dazu:
Abfahrt Bruckmühl 09:00 Uhr vormittags. Es regnet, schnell noch den Kühlschrank auffüllen, weil dieses Mal kommt die VV ja erst am Sonntag in Sisteron an und da haben selbst in Frankreich die Supermärkte zu.
Auf die Autobahn nach Innsbruck, dann kurzer Stop bei Kiefersfelden um das 10-Tage-Wapperl an die Scheibe zu kleben, dann weiter Richtung Innsbruck, langsam hört es auf zu regnen aber die Wolken hängen weiterhin sehr tief. Die Fahrt über den Brennerpass ist eigentlich immer problemlos.
Auf der Abfahrt Richtung Sterzing lockern die Wolken auf, bei Brixen zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen und bei Bozen ist bestes Frühlingswetter. Nach knapp 5 Stunden nimmt man die Ausfahrt nach Affi, um eine Abkürzung zur Autostrada von Venedig nach Mailand zu nehmen. Wie fast jedes zweite Mal verpasse ich im Kreisverkehr die Ausfahrt Richtung Peschiera also einmal rundherum im Kreis und dann richtig abbiegen. Nach wenigen Kilometern hat das Gespann die A4 Richtung Mailand erreicht.
Jetzt den Tempomat auf 100 km/h eingestellt und dann geht’s 4 Stunden lang fast immer geradeaus an Brescia vorbei, bei Sebino ist die Hälfte der Strecke geschafft, Bergamo zieht vorbei, durch Mailand hindurch, ja wirklich die Autobahn geht schnurstracks durch Mailand hindurch. Weiter Richtung Turin, 120 langweilige Kilometer, dann auf die tangenziale, die Abzweigung nach Susa nicht verpassen und kaum sind 9 Stunden vorbei, schon ist der Rastplatz kurz vor Oulx erreicht, Tank voll machen, auf den Rastplatz fahren, schlafen, nichts als schlafen bis zum nächsten Morgen.
Um 07:00 Uhr aufgewacht, es ist neblig, man sieht kaum die Hand vor Augen. Der Anstieg zum Col de Montgenèvre beansprucht alle Aufmerksamkeit, keine Zeit Fotos zu machen. Auf der Passhöhe stehen ca. 150 Wohnmobile auf der linken Seite, alles Skifahrer, die allerdings bei diesem Schei**-Wetter noch nicht aus dem Bett sind. Um ½ 9 Uhr geht es in unzähligen Windungen hinunter nach Briancon, der Himmel lockt mit blauen Flecken, einige Sonnenflecken erschienen an der Crête de Peyrolle, an deren Fuß Briancon liegt, übrigens die Partnerstadt von Rosenheim und die höchstgelegene Stadt in den ganzen Alpen.
Wie immer gucke ich, ob das Notlandefeld von St. Blaise überhaupt noch da ist. Ja, es ist noch immer da, und wirklich nur ein Notlandefeld, es hat unzählige Querrippen und liegt zwischen dem Ort und einer Telefonleitung, die man eigentlich weder überfliegen kann, weil dann das Feld zu kurz wird, noch unterfliegen sollte, weil man eventuell an dem Wall vor dem Feld stecken bleiben könnte.
Besser man ist hier noch so hoch, dass es bis St. Crépin reicht. Ab hier wird die Fahrt dann zum reinen Vergnügen. Noch ein kurzer Stop an meinem Lieblingsparkplatz Aire de St. Cathérine am Fuß des mächtigen Guilleaume mit einem herrlichen Blick auf die weiß glänzende Kette die vom Morgon oberhalb des Lac de Serres Poncon Richtung Barcelonnette verläuft, dann geht es rasch über die Brücke am größten Stausee Europas und nach dem obligatorischen Halt in Chorges an der einzigen Ampel auf dem Weg nach Sisteron, die immer aber auch wirklich immer auf Rot steht Richtung Gap-Tallard. Spätestens wenn man hier durch fährt, fühlt man sich wieder „bei uns zuhause in Frankreich“, der morbide Charme des kleinen Ortes an dessen Rand der Flugplatz von Gap liegt, bezaubert wirklich jeden, der für Frankreich was übrig hat.
30 Minuten später fährt man an der Crêtes de Celles vorbei in das breite Durancetal, in dessen Mitte der Flugplatz von Sisteron liegt. 20 Minuten später biegt das Gespann auf den Vorplatz des Restaurants „Le Janus“ ein und nach ziemlich genau 12 Stunden Fahrzeit ist es endlich geschafft. Wir sind wieder zuhause.
Durchwachsen aber fliegbar
Beim Briefing um 10:00 Uhr wurde Schauerwetter vorhergesagt, der Tenor war: "Na ja, wer unbedingt fliegen will, der kann es ja probieren." Natürlich wollten wir "probieren".
Innerhalb kurzer Zeit lockerte die hohe Bewölkung auf und der blaue Himmel lockte. Die Aero Club Crew stand nicht ganz am Anfang, aber innerhalb kurzer Zeit waren dann alle vier Flugzeuge in der Luft.
Wie die folgenden Bilder zeigen, war der Tag sehr unterschiedlich, je nachdem wo man hinflog, erwartete einen entweder dräuende dunkle Wolken aus denen es hin und wieder schneite, oder strahlend blauer Himmel mit satten Steigwerten. Die folgenden Bilder zeigen das deutlich.
Links oben: Am frühen Nachmittag, alles ist noch in Ordnung
Rechts oben: Anflug auf die Arambre bei Serres von Südwesten
Links unten: Am Pic de Bure, da ist es schon finster
Rechts unten: Blick auf die Grand Séuze, nichts wie ab nachhause
Am Abend dringen die Schauer von Südosten her bis nach Sisteron durch, Klaus, Hans und Günter kriegen die Flieger noch trocken in die Hänger bzw. die Jaxidas, Michis Flieger wird gründlich gewaschen, nach kurzer Zeit ist der Platz wieder trocken und der Sonnenuntergang spektakulär

Was für ein Tag!
Am Morgen dieses Dienstags war der Himmel rund um Sisteron grau in grau, viele flache Regenwolken "umschlichen" den Flugplatz und es war überhaupt noch sehr feucht von den Regenfällen des gestrigen Tages.
Hans war gar nicht so richtig überzeugt, dass es sich lohnen könnte die Flugzeuge an den Start zu stellen, aber die unerschütterlichen Optimisten Michi und Günter beschlossen zu handeln. Ruckzuck waren die Flieger aufgebaut und das Spornrad der ASW22 ausgebaut, mit Luft versorgt und wieder eingebaut, danach musste auch die VV zum Start "getragen" werden.
Im Briefing wurde was von leichtem Ostwind am Boden und möglicherweise Ostwelle irgendwo erwähnt. Niedrige Basis natürlich, wegen der Restfeuchte aber QNH 1030 hP. Es schien also doch möglicherweise ein Flugtag werden zu können.
von links nach rechts:
Rudi Fecker, DuoDiscus-72 freut sich schon auf den Flug,
die berühmte TÜ rollt zum Start,
gemeinsam tapfer vorwärts Richtung Tête Grosse,
in der Ostwelle über den Ecrins;
Blick auf die Tête d´Amont aus 4.300m
nochmal gemütlich um die "Badewanne" herum und dann nachhause.
Es war wirklich ein herausragender Tag, wenn auch nicht für alle. Michi z.B. ist bis zum Dent Parachée geflogen, also über das Modanetal und wieder zurück. Andere Piloten kamen noch nicht mal vom Platz weg. Es ist eben alles eine Frage der Erfahrung und des fliegerischen Könnens.
Die Aero Club Crew war jedenfalls insgesamt sehr erfolgreich an diesem Tag, alle vier konnten die so seltene Ostwelle im Tal von St. Crépin finden und nutzen.
Und morgen, morgen wird´s noch besser!
Ostwelle allerorten
Der Tag begann sehr unterschiedlich für die Aero Club Crew, Michi, Günter und Klaus kamen am Trainon wunderbar weg und verabschiedeten sich sehr schnell Richtung Osten in die höheren Berge. Hans mit der VV, als erster der Crew gestartet, ließ sich ebenfalls zum Trainon schleppen, kam dort aber lediglich auf 1700m, ohne Information darüber ob der Anschlussberg, der Authon schon aktiv war.
Also wählte die VV die "sichere" Route zum Blachère und dann, als dieser nicht so recht "ging", weiter zum Malaup, der noch weniger ging. Satte 1 1/2 Stunden quälte sich die VV teils unter, teils knapp über Hangkante auf und ab, bevor endlich die erforderliche Höhe für den Weiterflug erreicht war.
Mittlerweile waren fast alle anderen Piloten bereits auf dem Weg oder auch schon in den zahlreichen Ostwellen und vergnügten sich in Höhen um die 4.500 m und darüber. Die Flüge sind alle im OLC zu bewundern. Hans war ob seiner Startleistung leicht frustriert, so dass er am Abend nach der Landung nicht mal mehr zum Apéritif des Clubs zu bewegen war.
Trotzdem war es natürlich ein phantastischer Tag, der alle Wünsche, die man in Südfrankreich äußern könnte, erfüllt hat.
Heute nur 2 Bilder: Michi bei der Kontrolle vor dem Start und ein Blick aus 4.300m Höhe von St. Crépin nach Süden.
Übrigens den Spruch mit dem "Morgen wird´s noch besser" sparen wir uns heute, denn das wissen wir natürlich heute abend, am 24. März, wenn dieser Bericht geschrieben wird ja schon, es wurde tatsächlich noch besser, es gab zwar keine Wellen, aber die Thermik reichte im Osten auf Höhen bis 4.200m Höhe und MIchi...
...wir wollen nicht vorgreifen, der Bericht von morgen folgt in Kürze.
Der bisher beste Tag
Wie schon gestern angekündigt, war dieser Donnerstag der bisher beste Tag. Beginnen wir nicht mit der VV, die zwar wieder als erste startete, aber davon später.
Michi mit der MS kam sehr gut weg und wendete den Bug erst mal nach Süden bis zum "Radarberg", den wohl keiner der deutschen Piloten unter seinem wirklichen Namen kennt, außer vielleicht Horst Brettel, der Berg befindet sich ca. 18 km nördlich von Fayence, danach "raste" Michi nach Norden und wagte sich schon wieder über das Modanetal hinweg bis zum Dent Parachée. Allerdings war er damit nicht der Mutigste. die Schweizer Crew der ASH25 RP schaffte es heute bei stahlblauem Himmel und keinerlei Wolken nördlich des Modanetales bis zum Mont Blanc und zurück, Respekt!
Klausi mit der MH flog ebenfalls hervorragend, erst nach Süden bis zum Lac St. André und danach bis zum Jafferau, östlich von Bardonecchia, leider funktioniert sein Logger nicht und so gibt es dazu keine OLC Meldung.
Günter startete ebenfalls problemlos und flog dann zur Gorge du Verdon, dort fand er eine Basis von 2.700 mvor, das ist schon sehr selten anzutreffen, anschließend hoch bis St. Crépin, dort war die Basis um die 4.000m.
Hans startete zum wiederholten Male zwar früh aber wenig erfolgreich. Ausklinken vor der Crête St. Géniez, abtauchen zum l´Hongrie, dort kein besonderes Steigen gefunden, während die F-Schlepps über der VV vorbei zum Trainon flogen. Flucht zum Blachère, dort in 1.400m weiter zum Malaup, der eine einzige Enttäuschung, weitere Flucht nach Sigoyer, die Platzfrequenz schon wieder eingewählt. Da, in 1.140 m findet sich ein Minibart mit 0,5 m/s Steigen und langsam, quälend langsam sammeln sich die Höhenmeter wieder an, schließlich reicht es zurück zum l´Hongrie, dort geht es mittlerweile wenigstens auf 1.600 m und weiter zum Trainon, dort endlich geht es richtig los, und so ist der Weg in die hohen Berge letztlich dann problemlos und es wird noch ein sehr befriedigender Flug bis weit östlich des Col d´Izoard. Einige hoffentlich spektakuläre Fotos wurden dort geschossen.
Der Fotoapparat blieb abends versehentlich im Flieger, so dass die Fotos des Tages bis morgen warten müssen.
Wir wagen nicht zu sagen, morgen wird´s noch besser, denn schon wenn es so gut wie heute würde, wäre das wirkich wunderbar. Also dann, bis morgen...
Die Bilder des Tages von links nach rechts:
Einer der französischen Schlepp-Piloten weckt Klausi aus dem Sonnenbad, es geht los, alléz alléz!
Die Grand Séolane am Südwestrand des Barcelonnette Tales.
Blick von Osten in Richtung Écrins aus 4.000 m Höhe, die VV war dabei an der Grenze zu Italien
Der Mont Viso von Norden fotografiert.
Blick nach Norden, der höchste Berg Europas spitzt da ganz hinten raus, der Mont Blanc.
Nach 5 1/2 Stunden wieder zuhause an der Crête St. Geniéz
Ein Supertag
Leider nicht für alle Teilnehmer der Aero Club Crew. Während sich Michi, Klaus und Günter auf den Weg machten, lag Hans in seinem Womo, niedergeschmettert von einer veritablen Erkältung, die ihn auch die nächsten Tage noch am Fliegen hindern wird.
Während sich Günter auf den Weg nach Süden machte und erst am Lac St. Croix kehrtmachte, flog Michi dieses Mal sofort nach Norden. Wie weit er dabei kam, das kann man aus der IGC Datei des Tages entnehmen. Nach verhaltenem Beginn, wählte Michi den direkten Weg über den Grand Gautière und die Tête Grosse, weiter über den dann üblichen Weg, Guilleaume, Tête du Peyron zum Col d´Etaches, der Sprung hinüber über das Modanetal gelang gut, vorbei am Altiport von Courchevel kam er bis auf 25 km an den Mont Blanc heran. Der Rückweg war dann recht mühsam.
In weitem Bogen nach Westen flog Michi das Mauriénnetal entlang bis zur Aiguille de Péclet, holte dort noch mal etwas Höhe und versuchte über den Col de Fréjus (2.542 m) wieder zurückzukommen in heimatlichere Gefilde, das gelang, wie man an der IGC Aufzeichnung sehen kann, nur äußerst knapp, in 2.700 m querte er den Pass. Dahinter aber wartete schon der Jafferau, östlich von Bardonnecchia mit einem satten Bart, der in wieder auf 3.700 m schaufelte.
Danach gemütliches Heimfliegen, vom Guilleaume noch ein kurzer Abstecher zum Col de Cabre, etwas westlich von Serres und dann nachhause.
Und gleich noch ein toller Tag
Wie schon der Freitag, so versprach auch der Samstag ein wirklich guter Tag zu werden. Michi kam sehr gut voran nach Norden, Günter folgte in respektvollem Abstand und tat gut daran. Der Sprung über das Modanetal gelang zwar, aber danach musste die MS schon einige Berge im Westen von Sollières anfliegen um brauchbares Steigen zu finden.
Während Günter nahe Bardonneccia wendete und den Mont Viso besuchte, was auch nicht alle Tage möglich ist, flog Michi noch mal 5 Kilometer näher an den höchsten Berg Europas heran. Bei Bourg St. Maurice also nur 20 km von der Südwand des Mont Blanc entfernt, entschloß er sich, zu wenden und zurück zu fliegen. Aber...
...leicht gesagt, die Höhen reichten noch nicht einmal um an Courchevel vorbei Richtung Süden zu fliegen, also blieb nur der lange und schwierige Weg über Grenoble. Vorbei an der Chaine de Belledonne ging es Richtung Sisteron, dann am Pic de Bure, es war noch nicht so spät, noch ein Schlenker nach Westen zur Glandasse. Auf dem Rückweg am Col de Cabre trafen sich dann AX und MS um gemeinsam den Tag zu beschließen.
Morgen soll es regnen. Nach 7 phantastischen Flugtagen ist das ja auch ganz gut so. Hans hat noch einen weiteren Tag um sich zu erholen, Klausi fährt nach Marseille, von seinen Flügen kann der Webmaster mangels IGC Aufzeichnung noch nichts berichten, vielleicht erzählt Klaus ja morgen oder übermorgen was, über seine Erlebnisse, Günter besucht sein Haus um nach dem Rechten zu sehen und Michi gönnt sich ein wenig Ruhe nach den aufregenden Tagen der letzten Woche.
Nächster Bericht folgt wahrscheinlich erst am Montagabend, bis dahin
schöne Grüße aus Südfrankreich
Alle Bilder dieser Galerie stammen von Michi Wetzel, vielen Dank dafür. Von links nach rechts:
Michi mit Sauerstoff (über 4.000 m geht nichts ohne)
Der Mont Blanc von Courchevel aus fotografiert
In der Welle, knapp 5.200 m hoch
Noch mal ein Bild vom höchsten Berg
Abends am Pic de Bure
und zu guter letzt noch die Glandasse ganz im Westen
Regenpause und Mannschaftswechsel
Gestern am Sonntag hat es wirklich wie aus Eimern geschüttet. An fliegen war überhaupt nicht zu denken und auch für Montag stehen die Chancen nicht sehr gut. Gegen Abend stand plötzlich Arne in der Tür des "Le Janus" und wurde mit großem Hallo von allen Seiten begrüßt.
Günter hat angesichts des wechselhaften Wetters beschlossen schon am heutigen Montag zurück nach Deutschland zu fahren. Arne hat die 1D mitgebracht, so dass wir ab morgen wieder alle vier in der Luft sein werden, wenn das Wetter mitspielt. Spätestens ab Mittwoch wurde uns bestes Thermikwetter versprochen von Alex, der das tägliche Briefing abhält.
Wir werden sehen was diese Woche noch so bringt und ein wenig freuen wir uns auch schon wieder auf die Heimat. Bald geht es ja auch zu Hause wieder los mit dem Segelfliegen und da wollen wir natürlich dabei sein.
Also, Servus bis morgen!
Das Wetter ist noch nicht wieder ganz „gesund“, Hans hingegen schon. Es bleiben ja nur noch wenige Tage um zu fliegen. Also bauen wir morgens um 08:00 Uhr wie üblich unsere 4 Flugzeuge auf und schieben sie zum Start.
Bis zum Briefing um 10:00 Uhr waren wir dort allein, nach dem Briefing...
...blieben wir dort alleine. Es wurden zahlreiche Schauer und niedrige Basis vorhergesagt, Thermik, wenn überhaupt, dann nur vor den Schauern, die quasi von allen Seiten auf Sisteron einstürmen sollten. Kein Wunder also, dass außer den 4 Tölzer Buben keiner auch nur seinen Hänger öffnete.
Start um kurz nach 13:00 Uhr, wie immer die VV zuerst, dann Arne mit der 1D, Michi mit der MS und Klausi mit der MH. Alle hängen am l´Hongrie aus und haben erst mal etwas Mühe überhaupt etwas Steigen zu finden.
Die 1D strebt alsbald weit unter den anderen zurück zum Platz, kann aber in 850 m (!) noch mal Anschluss finden. Die ASW22 setzt sich derweil Richtung Malaup und dann nach Nordosten ab. Die Bärte über den Kämmen sind stark aber leider geht es nicht besonders hoch. 4 m etwas östlich des Malaup, schon nach zwei Kreisen kommt die Wolkenbasis daher. Weiter Richtung Montserrieux, dort noch mal 3,5 m für 2 Kreise, ein kurzer Blick auf den im Schatten liegenden Lac de Serre Poncon und dann wieder zurück in die Sonne, über die Tête de Boursier an die Crête de Celles, von dort zur Grand Séuze, weiter zur Tête de Clappe, der Pic de Bure dahinter ist gar nicht zu sehen und steckt tief in den Wolken. noch ein kurzer Versuch Richtung Osten, aber die Basis am Col Bayard sinkt weiter ab und vom Platz kommen drohende Nachrichten. Schauer im Westen, im Südwesten, im Süden, Klaus meldet: „Am Malaup regnets.“
Michi meldet sich ebenfalls am Col Bayard und fragt, wo er denn jetzt eigentlich hinfliegen sollte. Einzig Arne wagt sich an die Bergkette von Chabrières und weiter bis zum Guilleaume, kurz vor St. Crépin dreht aber auch er um und versucht sich zwischen den jetzt bereits zahlreichen Schauern zurück nach Sisteron zu kämpfen.
Rund um den Flugplatz wird es jetzt schwarz und schwärzer, Klaus und Michi sind schon gelandet, die VV steigt gerade über Valernes ab und die 1D? Die meldet sich zwischen Guilleaume und Chabrières auf dem Heimweg.
Nach der Landung sind die drei Flugzeuge ruck zuck abgebaut, bzw. mit Jaxidas zugedeckt, fehlt nur noch Arne. Im Direktanflug landet er wenige Minuten später auf der 18, rollt vor den Hänger und schon sind alle Flugzeuge verpackt, ohne ein einziges Mal nass geworden zu sein.
Es waren zwar nur kurze Flüge von 2 bis knapp 3 Stunden, aber es hat Spaß gemacht, eben weil wir diesen Tag in Sisteron als einzige genutzt haben. Jetzt geht´s ab in das Le Janus, zum Apéritif Allemagne, das ist das große für französische Augen ungewöhnlich große Bier. Und dann wird gefachsimpelt.
Schön war´s und morgen soll es wieder besser werden.
Die Geschichte zu den Bildern, von links nach rechts:
Am Start nur die 4 Musketiere des Aero Clubs.
Vorstoss nach Nordosten, im Schatten sieht man den Lac de Serres Poncon
Zurück an der Tête de Boursier, an der Crête de Celles scheint noch die Sonne,
an der Tête de Clappe mit Blick auf die Grand Séuze
links stehen Schauer über dem Malaup
rechts stehen Schauer über Serres und dem Chabre, also nix wie ab nach Hause.
Heute war das Wetter immer noch nicht in Ordnung. Zwar hatte es nachts aufgehört zu regnen, am Morgen dampfte das ganze Durancetal vor Feuchtigkeit. Die Basis der durchaus schön anzusehenden Cumuli rundum war bis nachmittags sehr niedrig, erst gegen 17:00 Uhr hätte man einigermaßen vernünftig Überlandfliegen können. Da aber schon um 18:00 Uhr wieder alle Flieger am Boden sein sollten, hätte sich das einfach nicht gelohnt.
Michi und Arne gingen daher lieber wandern und Hans beschäftigte sich wieder mal mit dem Design der Website, nur kleine Änderungen zwar, aber einige Unsauberkeiten in der Darstellung wurden beseitigt.Morgen, da sind wir sicher, kann wieder geflogen werden, Zeit wird es ja auch, sonst ist der Urlaub vorbei, bevor wir noch mal in die Luft kommen.

Arne und Michi auf der La Bigue
Ein kurioser Tag.
Arne und Michi stehen als Nummer 1 und 2 am Start, dahinter Hans und Klaus als Nummer 3 und 4. Arne ist unruhig, es ist Nordwind und eine Mischung aus Thermik und Welle vorhergesagt.
Obwohl der Windsack am Flugplatz bewegungslos herunterhängt, startet die 1D gegen halbzwölf Uhr und lässt sich zum Gache schleppen. Die anderen drei Tölzer Buben folgen sofort und treffen sich am Westende des Gache. Kaum Wind, also auch kaum Hangwind, also saufen drei Flugzeuge gleich wieder ab und landen in Sisteron. Arne kann sich halten, wie will er am Abend nicht weiter erklären, das Barogramm spricht aber Bände (siehe OLC).
Nach kurzer Pause am Boden starten die VV und die MS wieder, Klaus hat genug von diesem Tag und räumt den Flieger auf. Hans klinkt dieses Mal am l´Hongrie aus und hat sofort gutes Steigen auf 1.800 m weiter über den Trainon zu Les Monges und Grand Puy. Es geht recht gut und so wendet sich die VV nach Südosten, am Carton gutes Steigen auf 2.700 m ein kurzer Abstecher nach Osten, um Arne zu folgen, der mittlerweile schon fast am Radarberg angekommen ist.
Auf halbem Weg verlässt Hans der Mut und er dreht um, zurück nach Westen, wo er sich die versprochenen Wellen suchen will. Wieder am Carton fliegt weit unten die MS in den Bart ein, den die VV gerade verlässt. Unterwegs, nahe dem La Baume, wieder eine Umentscheidung, Kurs Süd nach Puimoisson. Dort wenig Aktivität in der Luft, mühevoll auf 2.000 m steigen, zurück nach Nordwesten.
Im Lee der Lure steht eine Wolkenwurst, also muss doch dort Welle zu finden sein. Tatsächlich fliegt die VV ganz ungewohnt von der Südseite an den gewaltigen Bergrücken heran und findet tatsächlich eine, wenn auch schwache Welle die wieder auf 2.500 m hinauf hilft. Also weiter nach Norden, Méouge gibt kaum Steigen, der Chabre auch nicht mehr, westlich von Sérres findet sich schwaches bis gar kein Steigen in kleineren Rotoren, laminar geht gar nichts.
Also zurück nach Süden, am Gache ist mittlerweile kräftiger Hangwind zu finden, also noch mal hoch, rüber zur Lure, im Jabrontal findet sich Steigen unter zerrissenen Rotorwolken, dann endlich 1 m/s laminar vor den Wolkenfetzen.
Es ist leider schon sehr spät geworden und so endet der Flug ohne Höhenverlust nach Westen etwas westlich von Sederon. Mit hoher Fahrt zurück nach Hause, Landung 10 Minuten nach 19:00 Uhr. Der längste und wohl kurioseste Flug des Urlaubs liegt hinter uns.
Übrigens Arne hat natürlich die größte Strecke geflogen, hat ganz zum Schluss am Pic de Bure noch die Welle des Tages gefunden, mit über 4 m/s geht die Post ab bis auf über 5.000 m. Gelungener Abschluss eines schwierigen aber sehr interessanten Tages.
Die Bilder des Tages wie immer von links nach rechts:
1. Hornberg-Peter bei der Flugvorbereitung
2. Arne im Gespräch mit Robert
3. Blick Richtung Südosten auf die Arambre bei Serres
4. 30 km westlich der Lure, Blick nach Osten
5. Eine sehenswerte Lenti über dem Rosans-Tal
6. Die Zitadelle von Sisteron.
Schöner Schlusstag
Der 01. April war für drei von vier Piloten ein schöner Abschluss. Arne flog wieder am weitesten und konnte weit in den Südwesten von Sisteron vorstossen. Michi besuchte noch mal den Süden und den Norden mit respektablen Kilometern und auch Klaus kam zufrieden lächelnd zurück. Lediglich Hans sass etwas muffig im Janus und beklagte seinen "sportlichen Ehrgeiz" wobei die Betonung auf "Geiz" liegen sollte.
Ein kurzer Lupfer während des F-Schlepps am l´Hongrie sorgte für ein viel zu frühes Ausklinken. Danach 30 Minuten Hang bürsten am l´Hongrie, wobei nur wenig Höhe verloren ging. Danach ein kurzer Ausflug nach Osten, ohne Thermik zu finden und schließlich zurück am l´Hongrie war dort nichts mehr zu machen, die Landung in Sisteron nicht zu vermeiden.
Na ja, wenigstens Zeit um das Flugzeug ordentlich reisefertig zu machen, das Womo aufzuräumen, den Roller zu verpacken, alle offenen Rechnungen zu begleichen und zu warten bis die anderen wieder zurück kamen.
Alles in allem ein toller Urlaub, jedenfalls für die meisten, Hans war weniger zufrieden, aber die Saison ist ja noch lang. Die letzten Bilder des Tages aus der Kamera des Webmasters zwangsläufig am Boden geschossen, denn während des kurzen Fluges am Freitag war Hans ja mit anderen Dingen beschäftigt.
Arne ist am Samstag dann noch einmal geflogen, der Bericht darüber wird nachgereicht. Alle anderen sind am Samstag vormittag abgefahren und freuen sich schon auf das nächste Mal, bei uns daheim in Südfrankreich!
von links nach rechts:
Arne im Gespräch mit Hermann Gold, daneben die ersten Schulstarts mit der TH und schließlich Michi, der den Start aufmerksam verfolgt. Im Hintergrund auf diesem Bild übrigens unsere Freunde aus der Schweiz in der Mitte der Schweizer-Hans.
Zum Abschluss noch ein besonders schönes Bild, das uns Günter Wels überlassen hat, es zeigt den Mont Viso in seiner ganzen Pracht. Vielen Dank Günter!

Mont Viso - Quelle: Günter Wels









































