Einmal Helgoland und zurück

ein Bericht von René Welz von seinem Motorseglerflug an die Nordsee

Als ich überraschend ein Angebot für ein Appartement auf Wangerooge bekommen hatte, wusste ich noch nichts von meinem Glück. Ich dachte nur, warum nicht einmal in Ostfriesland Urlaub machen und sagte einfach zu.

Als der Termin näher rückte und ich feststellen musste, dass die Insel Autofrei war, aber einen Flugplatz hatte, wurde der Plan geboren den Urlaub mit einem unserer Grob 109B anzutreten. Darauf hin fragte ich bei unserem Vorstand an, der mir lieberweise auch gleich grünes Licht gab.

Freitag, 13.07. Die Vorbereitung geht los.

Übertragen der Flugrouten ins GPS, rüsten der G 109 mit dem erforderlichen Equipment (z.B. Schwimmwesten, Motoröl, Verzurrmaterial), tanken, Flugplan brauchten wir für Wangerooge nicht aufgegeben…

Samstag, 14.07.

Es sollte dann gleich früh morgens von Schleißheim aus los gehen. Doch da war noch das schwere Gepäck was mir Sorgen machte also habe ich noch schnell die Waage rausgeholt und unser Gepäck nach nicht erlaubten Gegenständen kontrolliert. Außerdem wurde das schwere Gepäck direkt hinter dem Sitz verzurrt und das leichtere wie z.B. Abdeckplane, Schwimmwesten und Papierkram im hinteren Teil des Gepäckfachs verstaut (Hebelarm!).

So ging es dann mit gutem Gefühl und guter Sicht gen Norden über die Donau und den Brombachsee, entlang an der CTR Nürnberg, bei Schweinfurt über den Main und geradewegs aufs Segelflugmekka-Wasserkuppe zu, an Fulda vorbei, bis nach Kassel-Calden wo wir nach etwas über 2 Stunden Flugzeit schon von Freunden erwartet wurden.

Sonntag, 15.07.

Heute sollte es dann von Kassel weitergehen bis nach Wangerooge (Flugzeit ca. 1.30) doch das Gafor-Wetter war dagegen - Unwetterwarnung im gesamten Küstenbereich! Im Wetterradar sah man etwas deutlicher zwei große Niederschlagsgebiete im Norden die einen Ost/West Abstand von ca. 180km hatten und nach Osten zogen. Wir warteten also so lange, bis das erste Niederschlagsgebiet unseren Zielflugplatz erreichte und starteten dann mit der Hoffnung, die 180km große Lücke, zwischen den zwei Niederschlagsgebieten zu treffen.

Über das Wesergebirge und die Porta Westfalica erreichten wir Oldenburg. Von hier aus sahen wir dann auch schon den Jadebusen, dann überflogen wir den größten Ölhafen Deutschlands, Wilhelmshaven. Von hier aus war unser Ziel, die Insel Wangerooge, auch schon gut zu sehen.

Wir flogen übers Wattenmeer und meldeten uns mit: "Wooge-Info DKGFY" die Antwort lautete kurz und bündig: "Piste 28". Nach der Landung verzurrten wir die FY ordentlich am Boden und machten sie wetterfest. Der erwartete Schauer zog jedoch in Sichtweite an uns vorbei.

Jetzt konnte der Urlaub richtig beginnen. Das Wetter lud zum baden ein und so liehen wir uns einen Strandkorb später dann auch noch zwei Fahrräder. So konnten wir dann Strand, Deich, und Wattenmeer erkunden und die Seele baumeln lassen.


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Vorbei an der Wasserkuppe

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Fertig für den Flug über Wasser


Freitag, 20.07.

In aller Frühe ging es mit Flugplan weiter nach Helgoland wo wir dann die mittlere der drei Bahnen, Piste 03 (370m) zugewiesen bekamen, ganz schön kurz das Ding. Nach einer Erkundungstour, einer Stärkung und dem zollfreien Einkauf sind wir dann Richtung Nordosten gestartet (Wind 025/15kn). Weiter ging es über die Halligen und vorbei an Sankt Peter-Ording nach Flensburg, um schon wieder Freunde zu treffen. Über Nacht kam noch eine Kaltfront durch.


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Die lange Anna

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Jou, die ist wirklich kurz, die Bahn


Samstag 21.07.

Die Front des Vortages war schon lange vergessen und wir hatte herrliches Rückseitenwetter. So konnten wir ohne Probleme die Rückreise antreten. Wir flogen, der Ostseeküste folgend, an Eckernförde vorbei und an der Kieler Bucht entlang, dann Richtung Hamburg, weiter nach Lüneburg, Wolfsburg und über den Harz direkt über den Brocken.

Über dem Harz hatten wir dann die Kaltfront von hinten wieder eingeholt und über der CTR Erfurt fing es an zu regnen. Unser Tagesziel war der Grasplatz Pennewitz im Thüringer Wald ca. 25km südlich von Erfurt. Dort erwarteten uns wieder mal Freunde die uns gleich beim wetterfest machen halfen.

Die Nacht und der Sonntag Morgen waren noch regnerisch und die Wolke lagen teilweise auf. Im Südwesten wurde es aber schnell heller, so das wir am

Sonntag Nachmittag, 22.07.

bei gutem Wetter den letzten Reiseabschnitt antreten konnten. Von Pennewitz ging es über Coburg und Erlangen durch die CTR Nürnberg (lag genau auf dem Kurs) zurück nach Schleißheim. Und so ging die erlebnisreiche und doch entspannte Urlaubswoche zu Ende.